Das Top-Quark wurde 1995 am
Tevatron/Fermilab (Chicago) als das vermeintlich letzte und schwerste der sechs Quarks des Standartmodells gefunden. Seine physikalischen Eigenschaften machen es zu einem der interessantesten Teilchen der modernen Hochenergiephysik. Das Physikpotential des Top-Quarks beinhaltet z.B. den Produktionsquerschnitt, seinen Spin, seine Masse, Ladung sowie Zerfallsbreite, Verzweigungsverhältnisse des Top-Zerfalls aber auch seltene Zerfälle jenseits des Standardmodells. Aufgrund seiner hohen Masse von m
t = (171.4 ± 1.2 (stat.) ± 1.8 (syst.))GeV/c
2 , welche sich relativ nah an der Skala der elektroschwachen Symmetriebrechung befindet, stellt das Top-Quark unter anderem ein Schlüssel zum Verständnis des Ursprungs der Masse dar. Somit ist eine Vorhersage für das Standardmodell-Higgs-Boson möglich. Generell läßt sich das Standardmodell durch Präzisionsmessungen der Top-Masse auf innere Konsistenz überprüfen, bzw eventuelle Abweichungen der gemessenen Top-Quark-Eigenschaften lassen auf Physik jenseits des Standardmodells schließen. EIV konzentriert sich zur Zeit auf zwei dieser Eigenschaften des Top-Quarks: Die Präzisionsmessung seiner Masse basierend auf der Zerfallslängenmethode sowie Effizienzstudien bzgl. des Top-Antitop-Produktionsquerschnitts:
Top-Quark Physik an Hadron-Hadron-Collidern
Top-Quark Produktion
Top-Quarks können sowohl im Rahmen der straken Wechselwirkung als

-Paare erzeugt werden. Bei LHC beträgt der Gesamtwirkungsquerschnitt für die

-Produktion

. Dabei werden 87% aller Top-Anti-Top Paare durch Gluon-Fusion und 13% durch

-Annihilation erzeugt:
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Gluon Fusion
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-Annihilation
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Zusätzlich erlaubt das Standardmodell ebenfalls elektroschwache Produktionskanäle für einzelne Top Quarks. Dabei sagt das Standardmodell einen Wirkungsquerschnitt in der Größenordnung von

voraus. D.h. im Vergleich zur

-Produktion und zu anderen Prozessen mit gleichen Endzuständen (z.B. W+jets) sind Single Tops stark unterdrückt. Seit November/Dezember 2006 gibt es jedoch bei beiden Tevatron Experimenten
D0 (

) als auch
CDF (

) Evidenz für Single Top Produktion. Erste direkte Messungen des Matrixelements

der CKM Matrix wurden ebenfalls veröffentlicht (

mit 95% C.L.).
Top-Quark Zerfall
Das top-Quark geht mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein b-Quark über, wobei ein W-Boson abgestrahlt wird. Im Folgenden sind ein typischer Single-Top-Zerfall sowie die Verzweigungsverhältnisse für den Zerfall von

-Paaren gezeigt:
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Zerfälle einzelner Top-Quarks
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Verzweigungsverhältnisse für den Zerfall von
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Top-Quark Massenbestimmung mittels der Zerfallslängenbestimmung von B-Mesonen
Der aktuelle Wert für die Top-Quark Masse wird dominiert duch systematische Unsicherheiten, wobei der Haupteinfluß duch die so genannte Jet-Energy-Scale (JES) der Kalorimeter gegeben ist. Eine Methode zur Top-Quark-Massenbestimmung, die ohne Kalorimeterinformationen auskommt, beruht auf der Messung der mittleren transversalen Zerfallslänge des aus dem Top-Zerfall stammenden b-Mesons, basierend auf Spurrekonstruktion mittels Vertexdetektoren [C.S. Hill, J.R. Incandela, J.M. Lamb: Physical Review D 71, 054029, 2005]. Bei ausreichender Statistik, welche bei ATLAS durch die hohe LHC Luminosität von

gegeben sein wird, stellt diese Methode eine Möglichkeit zur Überprüfung anderer Methoden dar, und in Kombination mit diesen ermöglicht sie eine Reduktion der systematischen Einflüsse auf die Top-Quark-Masse. ···→
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Produktionswirkungsquerschnitt des Top-Antitop-Quark-Paares
Desweiteren beschäftigt sich EIV mit dem Wirkungsquerschnitt der

-Erzeugung am LHC, der theoretisch mit 825 pb vorherbestimmt wurde. Abweichungen von diesem Wert könnten auf "Beyond-Standard-Model"-Prozesse hinweisen. Zu den Faktoren, die die experimentelle Bestimmung des Wirkungsquerschnittes beeinflussen, gehört die Bestimmung der Nachweis-Effizienz. Der Dortmunder Beitrag hierzu ist eine Effizienzstudie. Da der Wirkungsquerschnitt unter anderem auch vom transversalen Impuls

und der Pseudorapidität

abhängt
geht die Effizienz, mit der diese Größen bestimmt wurden, in die Berechnung des Wirkungsquerschnittes mit ein. Deshalb untersuchen wir in unserer Studie durch Vergleiche von Rekonstruktions- und Monte-Carlo Truth-Daten simulierter Topzerfälle, wie gut die genannten Größen rekonstruiert werden. Dadurch wollen wir die Effizienz bestimmen und auch Rekonstruktionsalgorithmen verbessern, um den systematischen Fehler der Bestimmung des Wirkungsquerschnittes der

-Paarerzeugung zu verringen. ···→
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